EMIRIM

Das FIW München war in einem dreijährigen Projekt zur Verbesserung der Messungen des hemisphärischen Gesamtemissionsgrades von reflektierenden Folien Partner einer illustren Gruppe: Nationale metrologische Institute, Einrichtungen, die sich mit der Zertifizierung von Dämmstoffen beschäftigen, Forschungslaboratorien, ein Hersteller von Dämmstoffen mit niedrigem Emissionsgrad und der Hersteller von TIR-100-Emissometern (IN-GLAS).

Neben der Verbesserung der Genauigkeit, Wiederholbarkeit und Kalibrierung des industriellen Messverfahrens war es ein Ziel des Projekts, einen "Best-Practice-Leitfaden" für Messungen des Emissionsgrads mit dem TIR-100 Gerät zu entwickeln. Dabei wurden wichtige Randbedin-gungen für die Durchführung der Messung definiert.
Die Messung mit den TIR-100 Geräten liefert nahezu den normalen Emissionsgrad, der noch in den gesamten hemisphärischen Emissionsgrad für die Anwendung im Bauwesen, etwa bei der Bestimmung des Wärmedurchlasswiderstands von Luftschichten oder Gaszwischenräumen in Verglasungen, umgerechnet werden muss.
Sowohl die Unsicherheiten der Messung des normalen Emissionsgrades mit dem Gerät TIR-100 als auch die Unsicherheiten bei der Umrechnung in den hemisphärischen Emissionsgrad wurden im Projekt analysiert. Es ergibt sich eine kombinierte erweiterte Unsicherheit von 0,36 für den hemisphärischen Gesamtemissionsgrad. Diese Schlussfolgerung basiert auf einer begrenzten Anzahl von Emissionsgradergebnissen mit recht großen Unsicherheiten. In der Folge empfehlen die Mitglieder des EMIRIM-Projekts, die in den Änderungsvorschlägen und Anmerkungen zur Verbesserung der DIN EN 16012 vorgesehene Absenkung des Grenzwerts für den niedrigsten deklarierbaren Emissionsgrad auf 0,05 derzeit nicht umzusetzen.
Das Projekt wurde durch das Europäische Metrologieprogramm für Innovation und Forschung (EMPIR) mit der Fördervereinbarung 16NRM06 "EMIRIM" finanziert. Die EMPIR-Initiative wird durch das Forschungs- und Innovationsprogramm "Horizon 2020" der Europäischen Union und die EMPIR-Teilnehmerstaaten kofinanziert.

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Holger Simon