Aktuelles aus unserem Institut

Hier finden Sie hauptsächlich Neuigkeiten unseres regelmäßigen Newsletters, aber auch andere Informationen unseres Instituts zusammengefasst. Sie können unseren Email-Newsletter hier abonnieren.

Rückblick

FIW-Mitgliederversammlung 2021

Mit professionellem Equipment ausgestattet fand die Mitgliederversammlung 2021 erneut als Videokonferenz statt. Der Vorstandsvorsitzende Klaus W. Körner nutzte in seiner Einleitung die Zeit, um Prof. Holm für seine umsichtige Führung in diesen schwierigen Zeiten und ihm stellvertretend für die gesamte FIW-Belegschaft für das große Engagement in der täglichen Arbeit zu danken. Gleichzeitig erläuterte er die erweiterten Zielsetzungen und Herausforderungen von Energieeffizienz und Klimaschutz unter den derzeitigen Rahmenbedingungen (u.a. BVerfG-Urteil) und den sich daraus ergebenden dringenden Nachbesserungsbedarf.

Unter Berücksichtigung der Einschränkungen durch die Pandemie entwickelte sich das Geschäftsjahr 2020 sowohl wirtschaftlich als auch wissenschaftlich durchaus erfreulich. Weitere Firmen entschieden sich für die Teilnahme am freiwilligen Zertifizierungssystem des FIW München, um das Q-Zeichen als Gewährleistungsmarke nutzen zu können. Im Bereich der Forschung wurden mehre größere Vorhaben erfolgreich abgeschlossen und neue langjährige Projekte begonnen. Das Verfassen von Studien und Modellrechnungen für die unterschiedlichsten Interessensträger gewinnt für das FIW München immer mehr an Bedeutung. Diese Positionierung als strategischer Partner auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz ist ein gewollter Schritt von Vorstand und Geschäftsführung.
Die Abstimmung über sämtliche Tagesordnungspunkte ging dank der hohen schriftlichen Rückläuferquote im Vorfeld zügig: Der Jahresabschluss 2020 wurde verabschiedet, der gesamte FIW-Vorstand für das abgelaufene Geschäftsjahr entlastet und das Budget 2021 ohne Änderungen verabschiedet. Dr. Andreas Huther und Johannes Edmüller wurden in ihrem Vorstandsamt bestätigt und nahmen die Wahl gerne an. Als Termin für die nächste reguläre Mitgliederversammlung wurde der 19.05.2022 festgelegt. Nach zwei Jahren Videokonferenz hoffen alle Beteiligten auf ein physisches Wiedersehen in München.
Nach dem offiziellen Teil nahm Wolfgang Albrecht, der bereits seit 1981 im Institut wirkt, die Mitglieder mit auf einen Streifzug durch die Welt der Zulassungen und Zertifikate, vom Entfall der verpflichtenden Fremdüberwachung nach Landesbauordnung hin zur Entwicklung eines freiwilligen Zertifizierungsprogramms mit dem Q-Zeichen als sichtbarem Logo für die verlässliche Qualität der überprüften Baustoffe.

Klaus W. Körner würdigte Wolfgang Albrecht, der ab Mitte 2021 dem Institut nur noch als externer Berater zur Verfügung stehen wird, als selbstlose Persönlichkeit und dankte ihm für sein vielseitiges Engagement am FIW München, angefangen von Weiterentwicklungen der Messtechnik, dem Aufbau der Forschungsarbeit, der Führung der Abteilung Dämmstoffe im Hochbau und seit 2012 als Leiter der Abteilung Zertifizierung. Auch sein Wirken außerhalb der Institutsmauern, sein Engagement in verschiedenen nationalen und internationalen Normungsausschüssen sowie in Sachverständigenausschüssen wie des Deutschen Instituts für Bautechnik DIBt und sein Sitz in der Lambda Expert Group des europäischen KEYMARK‐Systems blieben nicht unerwähnt.


Neue Test Cases

Open Call im Forschungsvorhaben LightCoce

Seit 2019 ist das FIW München Teil eines internationalen Konsortiums aus Unternehmen, Universitäten und Forschungsinstituten, das gemeinsam das H2020-Projekt „LightCoce“ (Aufbau eines Ökosystems für den Ausbau von leichten multifunktionalen Beton- und Keramikmaterialien und -strukturen) bearbeitet. Das FIW München ist dabei federführend bei der Charakterisierung von Materialien und Produkten, die das „LightCoce Ecosystem“ durchlaufen.

 

Ende Mai 2021 startete das Konsortium einen Open Call für neue Test Cases, die in das LightCoce Ecosystem aufgenommen werden sollen. Angesprochen sind hierbei insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Forschungs- und Entwicklungsorganisationen in Europa, die in den Bereichen Beton oder Keramik im traditionellen Sinne und/oder mit zusätzlichen nanobasierten Funktionalitäten tätig sind. Der Eintritt in das LightCoce Ecosystem ist für die neuen Test Cases kostenlos.

Im Projekt werden die Test Case Partner beim Design, der Optimierung oder beim Upscaling ihrer Produkte unterstützt. Auch stehen ihnen eine Vielzahl weitere Dienstleistungen zur Verfügung, zum Beispiel Charakterisierung von Materialien oder Produkten, Simulationen oder Unterstützung bei der Entwicklung der Vermarktung- oder Verwertungsstrategie. 

Weitere Informationen und regelmäßige Updates zum Call und zum Projekt allgemein finden Sie unter www.lightcoce-oitb.eu.


Aktuell

Studie der EiiF zum Potenzial der Dekarbonisierung in der technischen Dämmung

Die Studie der European Industrial Insulation Foundation (EiiF) zeigt anhand mehrerer beispielhafter Sanierungen auf, was die Technische Dämmung zur Dekarbonisierung des Industriesektors beitragen kann. In vielen Fällen sind Industrieanlagen leider noch gar nicht isoliert, d.h. mit dem Einsatz von vorhandenem Knowhow und aktueller Technik kann bei kurzem Amortisationszeitraum sehr viel bewegt werden. 

Eine Verbesserung der gedämmten und nicht gedämmten Elemente aller industriellen Anlagen würde bspw. ca. 15% zum von der Bundesregierung gesetzten CO2-Reduktionsziel beitragen.

Mit Karin Wiesemeyer und Roland Schreiner haben zwei der achtzehn Autoren aus ganz Europa vom FIW München an dieser Studie mitgewirkt. Für Deutschland wurden folgende Aktionen definiert:

• Erhöhung des Dämmstandards als Empfehlung für die Neufassung der DIN 4140, die gerade überarbeitet wird
• Verbesserung der Förderprogramme
• Festsetzen der VDI 4610 Energieeffizienzklassen als Bewertungsbasis

Das White Paper findet sich hier zum Download: https://www.eiif.org/sites/default/files/2021-02/EiiF_White_Paper_2021_0.pdf.

Die ausführlichere Studie ist unter folgendem Link kostenfrei abrufbar: https://www.eiif.org/sites/default/files/%5Bdate%3Acustom%3AY%5D-%5Bdate%3Acustom%3Am%5D/EiiF_Study_2021.pdf


Intern

Corona-Schutzimpfung am Institut

In einer improvisierten Impfstraße setzte unser Betriebsarzt Dr. Willerding bereits mehr als 20 FIWler*innen eine der beiden notwendigen und begehrten Spritzen gegen Covid-19 direkt in den Räumen des Instituts. Am zweiten Termin erhielten sogar Angehörige der FIW-Mitarbeiter*innen die Schutzimpfung. Unserem Sicherheitsbeauftragten Wolfgang Moosburger, der gleichzeitig die Corona-Task-Force am Institut leitet, gelang auch dieses Mal eine perfekte Organisation, bei der selbst der Humor nicht zu kurz kam. Wolfgang Moosburger erinnert mit seinen regelmäßigen Aufforderungen zudem immer wieder an die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln und sorgt so dafür, dass sich bis heute keine Mitarbeiterin und kein Mitarbeiter am Institut mit Covid-19 infiziert hat.


Aktuell

Neue FIW-Homepage

Das FIW München präsentiert sich ab sofort auch im Netz in einem neuen Design. Die Inhalte von www.fiw-muenchen sind nun auf jedem Endgerät (Smartphone, Tablet, PC) gut lesbar. Darüber hinaus haben wir viele Inhalte aufgenommen, die auch wir auf unserer bisherigen Seite vermisst haben, beispielsweise die Sammlung aller vom FIW München ausgestellten gültigen Zertifikate oder die das entsprechende Thema bzw. Forschungsprojekt betreuende Kontaktperson.

Die geänderte Strukturierung schafft mehr Übersicht und die gewünschten Informationen sind bereits jetzt schneller und einfacher zu finden. In einem weiteren Projekt folgt noch in diesem Jahr eine ausgeklügelte Suchfunktion, um auch per Schlagwort das Gewünschte zu finden.

Wir hoffen, dass Ihnen die Aufmachung und der Inhalt so gut gefällt wie uns, und freuen uns auf ihr Feedback unter info@fiw-muenchen.de


Klimazielplan

Energieeffizienz bleibt wichtige Maxime – FIW München liefert Beitrag dazu

Die Bekämpfung der Corona-Pandemie und die gleichzeitige Beseitigung der direkten Schäden stehen derzeit im Vordergrund. Mittel- und langfristig dürfen wir jedoch unsere großen und ebenfalls globalen Herausforderungen nicht aus den Augen verlieren. Der Klimawandel ist in seinem Ausmaß vermutlich viel bedrohlicher für uns alle als das Coronavirus, auch wenn er nicht gleiche Art von Panikgefühl auslöst.

Diesen Klimawandel zu verlangsamen oder sogar aufzuhalten ist unser großes Ziel.

Die Maßnahmen, um das Klima zu stabilisieren, sind dabei vielfältig. Doch der Begriff Technologieoffenheit wird in letzter Zeit überstrapaziert, denn dadurch scheint eine erforderliche Priorisierung, um etwa Infrastrukturentscheidungen zu treffen und umzusetzen, nicht mehr zeitlich dringend; grundsätzliche Effizienzprinzipien werden teilweise vernachlässigt. Dabei ist der Einspardruck – unabhängig vom wichtigen Lenkungsinstrument CO2-Bepreisung – groß.

Das Treibhausgasminderungsziel für 2030 im Gebäudebereich soll nach dem jüngst verabschiedeten EU-Klimazielplan („Climate Target Plan“) von derzeit 40% Einsparung auf 55% angehoben werden. Auf Deutschland bezogen ergibt sich für den Gebäudesektor ein Restbudget an CO2-Emissionen von nur noch 52,5 Mio. Tonnen CO2 für 2030. Zum Vergleich: Im Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) werden 70 Mio. Tonnen CO2 als Maximum genannt, für 2019 weist das UBA vorläufig 122 Mio. Tonnen CO2 aus.

Angesichts des prognostizierten Energiemixes ist es absolut notwendig, die Effizienz an oberste Stelle zu stellen. Hier setzt das FIW München mit seiner Arbeit an. Zum einen liefern wir belastbare Studien rund um das Thema energetische Sanierung. Zum anderen kümmern sich viele Kollegen/innen am FIW München darum, die Produktqualität der an den Zertifizierungsprogrammen teilnehmenden Unternehmen unabhängig zu überprüfen und die Hersteller fachlich kompetent zu beraten. Daneben sorgen wir durch umfangreiche Teilnahme in Normungsausschüssen dafür, die Prüfungsmethoden den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

Wir freuen uns, gemeinsam mit Ihnen die Potenziale im Energieeffizienzbereich zu heben.


Neues Messprinzip

Rohrdämmungen – eiskalt geprüft

Zur Erweiterung der Betriebsbedingungen auf Tiefkälterohrleitungen sowie zur Einführung der aktiven Kühlung der Rohrleitung während der Messung von thermischen Eigenschaften der Dämmsysteme wurde am FIW München ein neues Messprinzip entwickelt. Damit konnten erstmalig thermische Messungen von Dämmsystemen für Rohrleitungen bei realen Anwendungsbedingungen unterhalb der Umgebungstemperatur angeboten werden. Die Beurteilung der Ergebnisse beinhaltet auch die Bewertung einer möglichen Taupunktunterschreitung an der Oberfläche des Dämmsystems sowie einer Feuchteanreicherung im Dämmstoff.


Aktuell

Leichte Preisanpassungen zum 01.01.2021

Gestiegene Anforderungen des Gesetzgebers, Preisaufschläge bei Dienstleistern und der Wunsch, die Leistungen des FIW-Personals zu honorieren, sind die Gründe dafür, dass wir die Preise der FIW-Dienstleistungen zum 01.01.2021 leicht anheben werden. Details erfahren Sie von Ihrer/m zuständigen FIW-Betreuer/in.


Akkreditierung

Notifizierung durch das DIBt für weitere Brandprüfungen

Nach der erfolgreichen Akkreditierung durch die DAkkS (Prüfung, ob FIW-Zertifizierungsstelle die Tätigkeit ausführen kann) erfolgte die Notifizierung (Benennung des FIW München, zertifizieren zu dürfen) nach EN ISO 1182 und EN ISO 1716.

Die Eintragung des FIW München im Verzeichnis der notifizierten Stellen der Europäischen Kommission (NANDO-Liste) finden Sie hier.


Vom FIW München gemessen

Neues EU-Referenzmaterial zur Bestimmung der Wärmeleitfähigkeit

Viele Jahre hat die uns das bisherige Referenzmaterial für die Wärmeleitfähigkeit IRMM-440 begleitet und es sogar in die Europäische Konformitätsnorm EN 13172 als verbindliche Bezugsgröße geschafft. Vor über 20 Jahren wurde diese homogene Charge einer Glasfaserplatte von der „Unit Reference Materials“  der Europäischen Kommission (EC) bereitgestellt. Diese Charge geht nun zu Ende.

Stets wurde die für Wärmedämmstoffe nicht repräsentative Dicke der IRMM-440 von 32 mm bedauert. Deshalb versuchte das Forschungszentrum der EC neue Referenzproben in 70 mm Dicke zu erstellen, was jedoch an der Probenvorbereitung scheiterte. So wurde für die neue ERM-FC440 erneut eine geschliffene, kunstharzgebundene Glasfaserplatte in hoher Rohdichte und in 28 mm Dicke gewählt und eine Produktionscharge von 300 m² auf ihre Homogenität hin überprüft.

Fünf renommierte Prüfstellen innerhalb der Keymark expert group für Wärmedämmstoffe, darunter das FIW München, wurden mit der Bestimmung der Wärmeleitfähigkeit in höchstmöglicher Präzession beauftragt. Die Messwerte der Labore zeigten eine hervorragende Übereinstimmung bei 10 °C Mitteltemperatur und eine sehr gute im Bereich von 0 °C bis +70 °C. Den Temperaturbereich von -150 °C bis 0 °C konnten nur 3 Prüfstellen abdecken.

Den käuflichen Referenzproben wird wieder ein Zertifikat beiliegen, das die Wärmeleitfähigkeit im Temperaturbereich von -10 °C bis +70 °C ausweist, wobei die für Dämmstoffe für Gebäude interessante Wärmeleitfähigkeit bei 10 °C wieder bei etwa 0,032 W/(mxK) liegen wird. Die Wärmeleitfähigkeit im Tieftemperaturbereich bis -150°C wird informativ genannt.

Auch wenn die Referenzproben ERM-FC440 demnächst bei den Vertriebsstellen der ERM (European Reference Materials) bezogen werden können, dürfen vorhandene IRMM-Platten natürlich weiterverwendet werden. Für andere Bereiche der Wärmeleitfähigkeit und der Nenndicke bietet das FIW München Vergleichsproben, die in unseren IRMM-440 kalibrierten Apparaten geprüft wurden und somit auf die IRMM-440 zurückgeführt werden können (Forderung der EN 13172 Abschnitt 5).

Ansprechpartner: Klaus Carrer / Stephan Guess

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