Aktuelles aus unserem Institut

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Hohe Preissteigerungen für private Haushalte

Dämmen lohnt sich stärker als je zuvor

Etwa die Hälfte der Bestandsgebäude in Deutschland benötigt Erdgas für Raumwärme und Warmwasser. Auf diese Gebäude und ihre Nutzerinnen und Nutzer wirkt sich die aktuelle politische Situation rund um den Krieg in der Ukraine im besonderen Maße aus. Lag der durchschnittliche Gaspreis im Jahr 2021 für Endverbraucher noch bei ca. 6,5 Ct/kWh, werden heute bei Neuabschluss im günstigsten Fall 25 Ct/kWh fällig. Eine Senkung der Endverbraucherpreise ist nicht abzusehen. 

Unter dem "Titel Auswirkung der aktuellen Preissteigerung auf die Energiekosten privater Haushalte" hat das FIW München im Auftrag des BuVEG - Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle eine kurze Studie verfasst. Sie ist hier kostenlos abrufbar: https://bit.ly/3QCVQvM.

Prof. Dr.-Ing. Andreas H. Holm: "Die Ursachen für diese außergewöhnlich hohen Gaskosten für die Verbraucher ausschließlich auf die Konsequenzen des Ukraine-Kriegs zu schieben, wäre falsch. Die Gebäude in Deutschland verbrauchen zu viel Energie. Das sind die Konsequenzen einer Politik und Förderstrategie, die sich zu wenig auf die Verbrauchsreduzierung im Gebäudebestand konzentriert."

Für ein typisches unsaniertes Einfamilienhaus, erbaut vor der Jahrtausendwende mit ca. 160 m² Wohnfläche, lagen die durchschnittlichen Gesamtkosten für Raumwärme und Warmwasser bei einem schon relativ hohen Energiepreis von 10 Ct/kWh in den letzten Jahren immer zwischen 2.880 € (etwas gedämmtes EFH) und 4.800 € (ungedämmtes EFH). Bei einem Energiepreis für Gas von 25 Ct/kWh und mehr steigen diese Energiekosten für Raumwärme und Warmwasser im besten Fall auf 7.200 € bzw. auf 12.000 € im schlechtesten Fall. Das bedeutet eine Mehrbelastung in der Größenordnung zwischen 4.320 und 7.200 Euro pr Jahr. Für ein modernes oder vollständig saniertes Einfamilienhaus dieser Größe bewegt sich die finanzielle Mehrbelastung im Bereich von 840 bis 2.400 € pro Jahr. 

Wie sich die Gesamtkosten bei einer Wohnung mit 90m² beheizter Fläche verhalten, zeigt Tabelle 3 der o.g. Studie.


Technische Dämmung spart Geld

EEIF: Einsparung beim Gasverbrauch durch Technische Dämmung

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich darauf verständigt, ihren Gasbedarf durch Maßnahmen ihrer Wahl um 15 % zu senken. Die effiziente Isolierung von Industrieanlagen kann den jährlichen Energieverbrauch in der EU-Industrie um 160 TWh und damit die CO2-Emissionen um 40 Mio. t pro Jahr senken. Das von der European Industrial Insulation Foundation (EiiF) ins Leben gerufene TIPCHECK Programm hat zum Ziel, der Industrie Werkzeuge und Lösungen zur Verfügung zu stellen, um Energie zu sparen und CO₂-Emissionen durch die Verbesserung technischer Isoliersysteme zu reduzieren. 

Details unter https://www.eiif.org/tipcheck


Fachinformationen zum klimaneutralen Gebäude/Quartier

Gebäudeforum klimaneutral mit FIW-Beteiligung

Wir sind Partner im Netzwerk des Gebäudeforums klimaneutral. Unser gemeinsames Ziel ist es, #Klimaschutz und #Energiewende in der Baubranche zu beschleunigen und Fachleute als treibende Kräfte dafür bei der Umsetzung zu unterstützen. Dafür geben und gewinnen wir im Netzwerk inhaltliche Impulse, tauschen uns mit anderen Partnern von Branchenverbänden, regionalen Energieagenturen und der Wissenschaft aus und sorgen gemeinsam für die Verbreitung notwendigen Fachwissens. Dafür stellt die Plattform qualitätsgesichertes Fachwissen rund um klimaneutrale Gebäude und Quartiere unter www.gebäudeforum.de bereit.

Das Gebäudeforum richtet sich an Fachleute aus Architektur, Energieberatung und technischer Gebäudeausrüstung, aber auch technisch Zuständige aus der Immobilienwirtschaft, Haus- und Liegenschaftsverwaltungen sowie Gewerbe und Stadtwerke finden hier Antworten auf ihre Fragen.

Das Gebäudeforum ist eine Anlaufstelle für langjährige Expertinnen und Experten sowie für Fachleute beim Berufsstart. Sie profitieren von qualitätsgesicherten verlässlichen Informationen und dem Telefon- und E-Mail-Service durch das Expertenteam. Alles Wissenswerte für den Arbeitsalltag ist an einer Stelle gebündelt und zielgruppenspezifisch aufbereitet. Auf der Website lassen sich Informationen vom Gebäudeenergiegesetz über den individuellen Sanierungsfahrplan bis hin zur Heizungssystemoptimierung und über Innovationen wie dem Bauen mit Pilzen finden.

Ziel des Gebäudeforums klimaneutral ist, Wissen zu multiplizieren und so die Fortschritte der Energiewende im Gebäudebereich zu beschleunigen. Darum ermöglicht es Akteurinnen und Akteuren mit ihrer Fachexpertise aus dem Bereich des klimaneutralen Bauens und Sanierens, auf dem Portal sichtbar zu werden, sich in Dialogveranstaltungen mit dem Partnernetzwerk auszutauschen und so von den unterschiedlichen Kompetenzen anderer zu profitieren. Ein weiteres Element dafür ist das Best-Practice-Portal, das im Sommer 2022 startet und Erfolge bei der Energiewende und die beteiligten Fachleute präsentiert. Es soll dazu anregen, gute Beispiele nachzuahmen und die Akzeptanz und Attraktivität von energieeffizienten Maßnahmen und erneuerbaren Energien zu steigern.


Ausschließlich Online

FIW-Mitgliederversammlung am 19.5.22

Auch wenn bereits etliche Corona-Regelungen zurückgenommen wurden, verzichteten wir dieses Jahr auf eine Präsenz-Mitgliederversammlung. Wie im Vorjahr fand die ordentlichen Mitgliederversammlung des FIW München am 19. Mai 2022 um 10:30 Uhr online statt.

Klaus-W. Körner wurde erneut zum Vorstandsvorsitzenden wiedergewählt. 

Die weiteren zur Wiederwahl anstehenden Vorstandsmitglieder wurden ebenfalls ohne Gegenstimme wiedergewählt: Jan Peter Hinrichs, Matthias Hofbauer und Klemens Steenheuer.


Unter tatkräftiger FIW-Beteiligung

TIAQ: Erste Generalversammlung der Mitglieder aus neun europäischen Ländern

Am 30. März 2022 fand in den Räumen der BCCA in Brüssel die erste Generalversammlung der TIAQ Mitglieder aus neun europäischen Ländern statt. Eine wichtige Aufgabe der Non-Profit-Organisation besteht in der Unterstützung des europäischen „Insulation KEYMARK“ Qualitätssystems durch die Übernahme des Sekretariats. Zu den während der Sitzung vereinbarten Zielen ...

gehört u.a., dass die Förderung des Qualitätsgedankens von europäischen Dämmprodukten und -systemen in Zukunft auch in Richtung Nachhaltigkeit und Digitalisierung weiterentwickelt werden soll. Dabei soll auch die von der Europäischen Kommission gestartete Überarbeitung der Europäischen Bauproduktenverordnung genau verfolgt werden, um die TIAQ als wichtige Organisation der Dämmbranche auf europäischer Ebene in einem harmonisierten Markt der Bauprodukte zu platzieren.

Erste Generalversammlung der TIAQ am 30. März 2022 bei der BCCA, Brüssel
Erste Generalversammlung der TIAQ am 30. März 2022 bei der BCCA, Brüssel

 

Hintergrund: Die TIAQ wurde 2021 in Belgien unter Beteiligung des FIW München gegründet und setzt sich aus der Generalversammlung, dem Vorstand, dem Generalsekretär und bestimmten Arbeitsgruppen zusammen. Das Ziel der gemeinnützigen Vereinigung besteht in der Förderung des Qualitätsgedankens von europäischen Wärmedämmprodukten und -systemen. In dieser Hinsicht wird der Verein die operativen Aktivitäten des bestehenden Qualitätssicherungssystem für Wärmedämmstoffe, bekannt als „INSULATION KEYMARK“, weiter verankern und ausbauen, insbesondere:

- Den Anwendungsbereich des europaweit freiwilligen Zertifizierungssystems „INSULATION KEYMARK“ aktualisieren und weiterentwickeln.

- Die Zertifizierung „INSULATION KEYMARK“ als Nachweis der Einhaltung von Qualitätsniveaus, die über das gesetzliche Mindestniveau hinausgehen, fördern.

- Die Zusammenarbeit von bevollmächtigten Zertifizierungsstellen, registrierten Laboratorien, Herstellern und Anwendern von Wärmedämmstoffen verbessern.

- Eine langfristige Strategie entwickeln, um die „INSULATION KEYMARK“ als ein in ganz Europa anerkanntes europäisches Gütesiegel zu etablieren.

Um diese Ziele erfolgreich verfolgen zu können, will die Vereinigung die verschiedenen Akteure im Marktsegment der Wärmedämmung in einem starken Verband auf europäischer Ebene vertreten.

Vorstandsmitglieder der TIAQ: Frau Dehn (Rockwool), Herr Vitse (Owens Corning), Herr De Blaere (BCCA) und Herr Schreiner (FIW München)
Vorstandsmitglieder der TIAQ (v.l.n.r.): Herr Schreiner (FIW München), Herr Vitse (Owens Corning), Frau Dehn (Rockwool), Herr De Blaere (BCCA)

Das FIW München ist dabei

T | I Expo + Conference am 04. und 05. Mai 2022 in Essen

Das TOP-Event für die Dämmung von betriebstechnischen Anlagen in der Industrie und der technischen Gebäudeausrüstung zur Erreichung von Klimazielen und Energieeffizienz.

Eine lange Tradition verbindet das FIW München mit der Präsentation von technischen Dämmstoffen und Dämmsystemen im Rahmen einer Messeveranstaltung. Die Reise des Treffpunkts für die Branche der technischen Isolierung begann mit der „ISO“ 1998 in Wiesbaden. Weiter ging es nach Köln mit der „IEX“. Nun startet die Fachmesse für industrielle Isolierung ...

mit einem neuen Partner und einem erweiterten Konzept, einer parallel veranstalteten Konferenz in Essen. Anfang Mai 2022 öffnet die „T | I Expo + Conference” in den Hallen der MESSE ESSEN ihre Pforten.
Die TI-Conference bietet unter dem Motto „besser planen. effizienter betreiben. nachhaltiger isolieren.“ ein umfangreiches und praxisnahes Vortragsprogramm rund um die Dämmung von betriebstechnischen Anlagen in der Industrie und der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA).
An den zwei Veranstaltungstagen referieren Expertinnen und Experten zu Themen aus den Bereichen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, Normen und Richtlinien, Digitalisierung, Forschung und Entwicklung sowie Instandhaltung und Services.

Im Themenblock Forschung & Entwicklung wird FIW-Mitarbeiterin Frau Karin Wiesemeyer aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Wärme- und Kälteschutz vorstellen.
Die parallele TI-Expo zeigt die komplette Bandbreite an Innovationen, Produkten und Lösungen, die dabei helfen, Unternehmensziele wie Energieeffizienz, CO2-Reduktion und Kosteneinsparung zu erreichen. 
Sie finden das FIW München in der Innovation & Experience-Area beim Stand der EiiF. Wir freuen uns auf interessante Gespräche und wünschen der Veranstaltung einen erfolgreichen Verlauf.
TI Conference Programm
TI Expo


Die Notwendigkeit des Luftspalts

Carport für technische Dämmungen

Nach der Ausführungsnorm DIN 4140 ist ein Luftspalt hinter Ummantelungen von technischen Dämmungen im Freien notwendig. Hier kann es durch die Strahlungskälte bei wolkenlosen Nächten zur Kondensation von Luftfeuchtigkeit aus der Umgebungsluft kommen. Eine wissenschaftliche Annäherung an die Notwendigkeit des Luftspalts von Dipl.-Ing. Roland Schreiner.

Den Artikel in der TI kostenfrei lesen

Der Artikel ist im Fachmagazin T|I Technische Isolierung, 01.2022 erschienen, das hier bezogen werden kann. Das Fachmagazin TI – Technische Isolierung bietet dem Fachplaner der Technischen Gebäudeausrüstung, dem Isoliererhandwerk und dem Isolierstoffhersteller Fachinformationen und Praxiswissen aus Planung, Ausführung, Betrieb und Ausbildung, Recht und Regeln.


Efficiency First umsetzen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern stärkere Berücksichtigung der Energieeffizienz

60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben die politischen Entscheidungsträger in einem offenen Brief aufgefordert, eine gezielte Energieeffizienz-Politik zu betreiben, die bestehende Hemmnisse und Marktversagen abbaut. Unter ihnen auch Prof. Andreas H. Holm, Institutsleiter des FIW München. Der Brief kann auf den Seiten der DENEFF kostenlos heruntergeladen werden.

Das FIW München verweist seit langem unermüdlich in zahlreichen Veröffentlichungen und auf Veranstaltungen auf diese sehr schnell realisierbare „Energiequelle“. „Efficiency First“ muss der zentrale Leitgedanke in der kommenden Klima- und Umweltschutzpolitik sein. 

Auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045 steht Deutschland vor vielen Herausforderungen: steigender Verbrauch, damit einhergehender Ressourcenbedarf von der Planung über die Investition bis zur Ausführung, gesellschaftliche Debatten (soziale Gerechtigkeit, Naturschutz, Einbezug direkt Betroffener) und Klärung offener Fragen zur zu verwendenden Technologie in einzelnen Bereichen.

Umso wichtiger ist die Energieeffizienz, eine oft sehr rentable und sehr schnell realisierbare „Energiequelle“. Den Leitsatz, den in Verantwortung stehende Personen dabei berücksichtigen sollten, hat des FIW München bereits in zahlreichen Veröffentlichungen und auf Veranstaltungen proklamiert: „Efficiency First“.

60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben die politischen Entscheidungsträger in einem offenen Brief aufgefordert, eine gezielte Energieeffizienz-Politik zu betreiben, die bestehende Hemmnisse und Marktversagen abbaut. Unter ihnen auch Prof. Andreas H. Holm, Institutsleiter des FIW München. Der Brief kann auf den Seiten der DENEFF kostenlos heruntergeladen werden.


dena-Leitstudie mit FIW-Beteiligung

„Aufbruch Klimaneutralität“ mit FIW München als Gutachter

In den kommenden Jahren ist deutlich mehr Transformation notwendig, als in den vergangenen Jahren bzw. Jahrzehnten stattgefunden hat. Für den Gebäudebereich betrifft das unter anderem eine erhöhte Sanierungsrate, eine technologieoffene energetische Nachrüstung des Gebäudebestandes, zusätzliche Anstrengungen zum Thema Energieeffizienz, den Wechsel von fossilen hin zu klimaneutralen Energieträgern sowie aus transformatorischer Sicht alternative Wohnkonzepte sowie neue Flächennutzungskonzepte.

Das FIW München wurde als wissenschaftliches Institut beauftragt und brachte mit Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm als Gutachter seine Expertise für den Sektor Gebäudebereich ein.

Infolge eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 24. März 2021 und ambitionierterer EU-Vorgaben wurde das Klimaschutzgesetz (KSG) im Jahr 2021 novelliert. Die Gesetzesnovelle ist am 31. August 2021 in Kraft getreten. Dieses Gesetz sieht u.a. eine Verschärfung der Klimaziele für den Gebäudesektor bis 2030 vor. Die zulässige Jahresemissionsmenge wird auf 67 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente abgesenkt. Klimaneutralität insgesamt soll in Deutschland bis 2045 erreicht werden. 

 

Das FIW München wurde gemeinsam mit dem ITG Dresden als wissenschaftliches Institut im Rahmen der „dena Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität“ beauftragt, einen Entwicklungspfad des Gebäudesektors zu modellieren, welcher die Erreichung der im novellierten KSG formulierten Klimaschutzziele für den Gebäudesektor ermöglicht. 

 

Deutschland wird seine Klimaziele auch im Gebäudebereich ohne zusätzliche Anstrengungen sowohl für das Jahr 2030 wie auch für 2040 deutlich verfehlen. Zu diesem Schluss kommt der Projektionsbericht 2021 des Bundesumweltministeriums, der alle zwei Jahre nach den Vorgaben des Artikels 18 der Europäischen Governance-Verordnung von der Bundesregierung zu erstellen ist (in Kurzform: Tabelle 76, PDF-Seite 225).

Das von Bundesbau- und Bundeswirtschaftsministerium vorgelegte Sofortprogramm reicht laut Klima-Expertenrat nicht aus, um die Treibhausgase im Gebäudesektor im Einklang mit den Vorgaben des Bundesklimaschutzgesetzes zu reduzieren (Bericht zum Download). Zudem hat der Gebäudesektor als einziger Sektor bereits 2020 das Treibhaus-Jahresziel verfehlt.

 

Deshalb sollten im Rahmen der „dena Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität" mit Hilfe eines Modells des deutschen Gebäudebestands mögliche Maßnahmen bzw. Instrumente, die auf die Zielerreichung der Vorgaben des derzeit gültigen KSG ausgerichtet sind, identifiziert und entsprechend quantifiziert werden. Im Gebäudebereich müssen die CO2-Emissionen allein bis 2030 um 44 Prozent sinken. Der Großteil der Minderungen entfällt dabei auf Maßnahmen an der Gebäudehülle und technische Anlagen. Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der dena: „Um Klimaneutralität im Gebäudebestand zu erreichen, braucht es tiefgreifende Veränderungen mit hoher Geschwindigkeit. Gebäude mit dem schlechtesten Standard müssen zuerst angepackt, Sanierungsverfahren standardisiert, massiv intensiviert und die Wärmeversorgung schnell dekarbonisiert werden.“

Die Studie ist hier kostenfrei als Download erhältlich.

Wir am FIW München liefern belastbare Studien rund um das Thema energetische Sanierung. Zum anderen kümmern sich viele unserer Kollegen/innen darum, die Produktqualität der an den Zertifizierungsprogrammen teilnehmenden Unternehmen unabhängig zu überprüfen und die Hersteller fachlich kompetent zu beraten. Daneben sorgen wir durch umfangreiche Teilnahme in Normungsausschüssen dafür, die Prüfungsmethoden den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.


Vom FIW München gemessen

Neues EU-Referenzmaterial zur Bestimmung der Wärmeleitfähigkeit

Viele Jahre hat uns das bisherige Referenzmaterial für die Wärmeleitfähigkeit IRMM-440 begleitet und es sogar in die Europäische Konformitätsnorm EN 13172 als verbindliche Bezugsgröße geschafft. Vor über 20 Jahren wurde diese homogene Charge einer Glasfaserplatte von der „Unit Reference Materials“ der Europäischen Kommission (EC) bereitgestellt. Diese Charge geht nun zu Ende.

Stets wurde die für Wärmedämmstoffe nicht repräsentative Dicke der IRMM-440 von 32 mm bedauert. Deshalb versuchte das Forschungszentrum der EC neue Referenzproben in 70 mm Dicke zu erstellen, was jedoch an der Probenvorbereitung scheiterte. So wurde für die neue ERM-FC440 erneut eine geschliffene, kunstharzgebundene Glasfaserplatte in hoher Rohdichte und in 28 mm Dicke gewählt und eine Produktionscharge von 300 m² auf ihre Homogenität hin überprüft.

Fünf renommierte Prüfstellen innerhalb der Keymark expert group für Wärmedämmstoffe, darunter das FIW München, wurden mit der Bestimmung der Wärmeleitfähigkeit in höchstmöglicher Präzision beauftragt. Die Messwerte der Labore zeigten eine hervorragende Übereinstimmung bei 10 °C Mitteltemperatur und eine sehr gute im Bereich von 0 °C bis +70 °C. Den Temperaturbereich von -150 °C bis 0 °C konnten nur drei Prüfstellen abdecken.

Den käuflichen Referenzproben wird wieder ein Zertifikat beiliegen, das die Wärmeleitfähigkeit im Temperaturbereich von -10 °C bis +70 °C ausweist, wobei die für Dämmstoffe für Gebäude interessante Wärmeleitfähigkeit bei 10 °C wieder bei etwa 0,032 W/(mxK) liegen wird. Die Wärmeleitfähigkeit im Tieftemperaturbereich bis -150°C wird informativ genannt.

Auch wenn die Referenzproben ERM-FC440 demnächst bei den Vertriebsstellen der ERM (European Reference Materials) bezogen werden können, dürfen vorhandene IRMM-Platten natürlich weiterverwendet werden. Für andere Bereiche der Wärmeleitfähigkeit und der Nenndicke bietet das FIW München Vergleichsproben, die in unseren IRMM-440 kalibrierten Apparaten geprüft wurden und somit auf die IRMM-440 zurückgeführt werden können (Forderung der EN 13172 Abschnitt 5).

Ansprechpartner: Claus Karrer / Stephan Guess


Aktuell

Erweiterung des Produktportfolios und Preisanpassung zum 01.01.2022

Wir haben unser Angebot für Sie 2021 kräftig erweitert. Allein im Bereich des Langzeitkriechverhaltens kamen ca. 250 Prüfplätze hinzu. Informieren Sie sich über unser Produktportfolio im Bauwesen und in der technischen Dämmung oder sprechen Sie direkt mit Ihrem persönlichen FIW-Kontakt. Um Sie auch künftig in der gewohnten Qualität betreuen zu können und die Durchlaufzeit ihrer Produkte in unserem Haus zu verkürzen, haben wir beim Personal aufgestockt und werden 2022 die (altersbedingten) Abgänge kapazitätsmäßig mehr als kompensieren.

Auch im Forschungsbereich sind wir gerade dabei, unseren Service auszuweiten, um Sie neben unseren gewohnten Dienstleistungen (Entwicklung und Verbesserung von Dämm- und Baustoffen sowie Bauteilen und Dämmkonstruktionen) noch stärker und kurzfristig mit Modellrechnungen, Sonderprüfungen und Fragestellungen zur Energieeffizienz von Gebäuden und Anlagen sowie mit Studien und Berechnungen zur Energieeinsparung im Gebäudebestand, zur Nachhaltigkeit von Materialien und Bauausführungen, zur Problematik „Graue Energie“ und dem aktuellen Thema „Kreislaufwirtschaft“ zu unterstützen. 

Leider gingen auch an uns die allgemeinen Kostensteigerungen nicht spurlos vorüber, die wir nicht vollständig durch höhere Effizienz kompensieren können. Für Prüf- und Zertifizierungsleistungen ab 01.01.2022 heben wir unsere Artikelpreise daher um durchschnittlich 3,8 Prozent an. Dies gilt auch für unsere Stundensätze im gesamten FIW-Dienstleistungsbereich. Gestiegene Anforderungen des Gesetzgebers, ein höherer Aufwand für Normenausschüsse, Preisaufschläge bei Lieferanten sowie externen Dienstleistern und der Wunsch, die Leistungen unseres Personals zu honorieren, sind die wesentlichen Gründe hierfür.

Damit fühlen wir uns gut aufgestellt, um auch in der Zukunft als zuverlässiger, kompetenter und innovativer Partner an ihrer Seite zu agieren.


Rückblick

FIW-Mitgliederversammlung 2021

Mit professionellem Equipment ausgestattet fand die Mitgliederversammlung 2021 erneut als Videokonferenz statt. Der Vorstandsvorsitzende Klaus W. Körner nutzte in seiner Einleitung die Zeit, um Prof. Holm für seine umsichtige Führung in diesen schwierigen Zeiten und ihm stellvertretend für die gesamte FIW-Belegschaft für das große Engagement in der täglichen Arbeit zu danken. Gleichzeitig erläuterte er die erweiterten Zielsetzungen und Herausforderungen von Energieeffizienz und Klimaschutz unter den derzeitigen Rahmenbedingungen (u.a. BVerfG-Urteil) und den sich daraus ergebenden dringenden Nachbesserungsbedarf.

Unter Berücksichtigung der Einschränkungen durch die Pandemie entwickelte sich das Geschäftsjahr 2020 sowohl wirtschaftlich als auch wissenschaftlich durchaus erfreulich. Weitere Firmen entschieden sich für die Teilnahme am freiwilligen Zertifizierungssystem des FIW München, um das Q-Zeichen als Gewährleistungsmarke nutzen zu können. Im Bereich der Forschung wurden mehre größere Vorhaben erfolgreich abgeschlossen und neue langjährige Projekte begonnen. Das Verfassen von Studien und Modellrechnungen für die unterschiedlichsten Interessensträger gewinnt für das FIW München immer mehr an Bedeutung. Diese Positionierung als strategischer Partner auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz ist ein gewollter Schritt von Vorstand und Geschäftsführung.
Die Abstimmung über sämtliche Tagesordnungspunkte ging dank der hohen schriftlichen Rückläuferquote im Vorfeld zügig: Der Jahresabschluss 2020 wurde verabschiedet, der gesamte FIW-Vorstand für das abgelaufene Geschäftsjahr entlastet und das Budget 2021 ohne Änderungen verabschiedet. Dr. Andreas Huther und Johannes Edmüller wurden in ihrem Vorstandsamt bestätigt und nahmen die Wahl gerne an. Als Termin für die nächste reguläre Mitgliederversammlung wurde der 19.05.2022 festgelegt. Nach zwei Jahren Videokonferenz hoffen alle Beteiligten auf ein physisches Wiedersehen in München.
Nach dem offiziellen Teil nahm Wolfgang Albrecht, der bereits seit 1981 im Institut wirkt, die Mitglieder mit auf einen Streifzug durch die Welt der Zulassungen und Zertifikate, vom Entfall der verpflichtenden Fremdüberwachung nach Landesbauordnung hin zur Entwicklung eines freiwilligen Zertifizierungsprogramms mit dem Q-Zeichen als sichtbarem Logo für die verlässliche Qualität der überprüften Baustoffe.

Klaus W. Körner würdigte Wolfgang Albrecht, der ab Mitte 2021 dem Institut nur noch als externer Berater zur Verfügung stehen wird, als selbstlose Persönlichkeit und dankte ihm für sein vielseitiges Engagement am FIW München, angefangen von Weiterentwicklungen der Messtechnik, dem Aufbau der Forschungsarbeit, der Führung der Abteilung Dämmstoffe im Hochbau und seit 2012 als Leiter der Abteilung Zertifizierung. Auch sein Wirken außerhalb der Institutsmauern, sein Engagement in verschiedenen nationalen und internationalen Normungsausschüssen sowie in Sachverständigenausschüssen wie des Deutschen Instituts für Bautechnik DIBt und sein Sitz in der Lambda Expert Group des europäischen KEYMARK‐Systems blieben nicht unerwähnt.


Neue Test Cases

Open Call im Forschungsvorhaben LightCoce

Seit 2019 ist das FIW München Teil eines internationalen Konsortiums aus Unternehmen, Universitäten und Forschungsinstituten, das gemeinsam das H2020-Projekt „LightCoce“ (Aufbau eines Ökosystems für den Ausbau von leichten multifunktionalen Beton- und Keramikmaterialien und -strukturen) bearbeitet. Das FIW München ist dabei federführend bei der Charakterisierung von Materialien und Produkten, die das „LightCoce Ecosystem“ durchlaufen.

 

Ende Mai 2021 startete das Konsortium einen Open Call für neue Test Cases, die in das LightCoce Ecosystem aufgenommen werden sollen. Angesprochen sind hierbei insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Forschungs- und Entwicklungsorganisationen in Europa, die in den Bereichen Beton oder Keramik im traditionellen Sinne und/oder mit zusätzlichen nanobasierten Funktionalitäten tätig sind. Der Eintritt in das LightCoce Ecosystem ist für die neuen Test Cases kostenlos.

Im Projekt werden die Test Case Partner beim Design, der Optimierung oder beim Upscaling ihrer Produkte unterstützt. Auch stehen ihnen eine Vielzahl weitere Dienstleistungen zur Verfügung, zum Beispiel Charakterisierung von Materialien oder Produkten, Simulationen oder Unterstützung bei der Entwicklung der Vermarktung- oder Verwertungsstrategie. 

Weitere Informationen und regelmäßige Updates zum Call und zum Projekt allgemein finden Sie unter www.lightcoce-oitb.eu.


Aktuell

Studie der EiiF zum Potenzial der Dekarbonisierung in der technischen Dämmung

Die Studie der European Industrial Insulation Foundation (EiiF) zeigt anhand mehrerer beispielhafter Sanierungen auf, was die Technische Dämmung zur Dekarbonisierung des Industriesektors beitragen kann. In vielen Fällen sind Industrieanlagen leider noch gar nicht isoliert, d.h. mit dem Einsatz von vorhandenem Knowhow und aktueller Technik kann bei kurzem Amortisationszeitraum sehr viel bewegt werden. 

Eine Verbesserung der gedämmten und nicht gedämmten Elemente aller industriellen Anlagen würde bspw. ca. 15% zum von der Bundesregierung gesetzten CO2-Reduktionsziel beitragen.

Mit Karin Wiesemeyer und Roland Schreiner haben zwei der achtzehn Autoren aus ganz Europa vom FIW München an dieser Studie mitgewirkt. Für Deutschland wurden folgende Aktionen definiert:

• Erhöhung des Dämmstandards als Empfehlung für die Neufassung der DIN 4140, die gerade überarbeitet wird
• Verbesserung der Förderprogramme
• Festsetzen der VDI 4610 Energieeffizienzklassen als Bewertungsbasis

Das White Paper findet sich hier zum Download: https://www.eiif.org/sites/default/files/2021-02/EiiF_White_Paper_2021_0.pdf.

Die ausführlichere Studie ist unter folgendem Link kostenfrei abrufbar: https://www.eiif.org/sites/default/files/%5Bdate%3Acustom%3AY%5D-%5Bdate%3Acustom%3Am%5D/EiiF_Study_2021.pdf


Intern

Corona-Schutzimpfung am Institut

In einer improvisierten Impfstraße setzte unser Betriebsarzt Dr. Willerding bereits mehr als 20 FIWler*innen eine der beiden notwendigen und begehrten Spritzen gegen Covid-19 direkt in den Räumen des Instituts. Am zweiten Termin erhielten sogar Angehörige der FIW-Mitarbeiter*innen die Schutzimpfung. Unserem Sicherheitsbeauftragten Wolfgang Moosburger, der gleichzeitig die Corona-Task-Force am Institut leitet, gelang auch dieses Mal eine perfekte Organisation, bei der selbst der Humor nicht zu kurz kam. Wolfgang Moosburger erinnert mit seinen regelmäßigen Aufforderungen zudem immer wieder an die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln und sorgt so dafür, dass sich bis heute keine Mitarbeiterin und kein Mitarbeiter am Institut mit Covid-19 infiziert hat.


Klimazielplan

Energieeffizienz bleibt wichtige Maxime – FIW München liefert Beitrag dazu

Die Bekämpfung der Corona-Pandemie und die gleichzeitige Beseitigung der direkten Schäden stehen derzeit im Vordergrund. Mittel- und langfristig dürfen wir jedoch unsere großen und ebenfalls globalen Herausforderungen nicht aus den Augen verlieren. Der Klimawandel ist in seinem Ausmaß vermutlich viel bedrohlicher für uns alle als das Coronavirus, auch wenn er nicht gleiche Art von Panikgefühl auslöst.

Diesen Klimawandel zu verlangsamen oder sogar aufzuhalten ist unser großes Ziel.

Die Maßnahmen, um das Klima zu stabilisieren, sind dabei vielfältig. Doch der Begriff Technologieoffenheit wird in letzter Zeit überstrapaziert, denn dadurch scheint eine erforderliche Priorisierung, um etwa Infrastrukturentscheidungen zu treffen und umzusetzen, nicht mehr zeitlich dringend; grundsätzliche Effizienzprinzipien werden teilweise vernachlässigt. Dabei ist der Einspardruck – unabhängig vom wichtigen Lenkungsinstrument CO2-Bepreisung – groß.

Das Treibhausgasminderungsziel für 2030 im Gebäudebereich soll nach dem jüngst verabschiedeten EU-Klimazielplan („Climate Target Plan“) von derzeit 40% Einsparung auf 55% angehoben werden. Auf Deutschland bezogen ergibt sich für den Gebäudesektor ein Restbudget an CO2-Emissionen von nur noch 52,5 Mio. Tonnen CO2 für 2030. Zum Vergleich: Im Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) werden 70 Mio. Tonnen CO2 als Maximum genannt, für 2019 weist das UBA vorläufig 122 Mio. Tonnen CO2 aus.

Angesichts des prognostizierten Energiemixes ist es absolut notwendig, die Effizienz an oberste Stelle zu stellen. Hier setzt das FIW München mit seiner Arbeit an. Zum einen liefern wir belastbare Studien rund um das Thema energetische Sanierung. Zum anderen kümmern sich viele Kollegen/innen am FIW München darum, die Produktqualität der an den Zertifizierungsprogrammen teilnehmenden Unternehmen unabhängig zu überprüfen und die Hersteller fachlich kompetent zu beraten. Daneben sorgen wir durch umfangreiche Teilnahme in Normungsausschüssen dafür, die Prüfungsmethoden den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

Wir freuen uns, gemeinsam mit Ihnen die Potenziale im Energieeffizienzbereich zu heben.


Neues Messprinzip

Rohrdämmungen – eiskalt geprüft

Zur Erweiterung der Betriebsbedingungen auf Tiefkälterohrleitungen sowie zur Einführung der aktiven Kühlung der Rohrleitung während der Messung von thermischen Eigenschaften der Dämmsysteme wurde am FIW München ein neues Messprinzip entwickelt. Damit konnten erstmalig thermische Messungen von Dämmsystemen für Rohrleitungen bei realen Anwendungsbedingungen unterhalb der Umgebungstemperatur angeboten werden. Die Beurteilung der Ergebnisse beinhaltet auch die Bewertung einer möglichen Taupunktunterschreitung an der Oberfläche des Dämmsystems sowie einer Feuchteanreicherung im Dämmstoff.


Aktuell

Leichte Preisanpassungen zum 01.01.2021

Gestiegene Anforderungen des Gesetzgebers, Preisaufschläge bei Dienstleistern und der Wunsch, die Leistungen des FIW-Personals zu honorieren, sind die Gründe dafür, dass wir die Preise der FIW-Dienstleistungen zum 01.01.2021 leicht anheben werden. Details erfahren Sie von Ihrer/m zuständigen FIW-Betreuer/in.


Akkreditierung

Notifizierung durch das DIBt für weitere Brandprüfungen

Nach der erfolgreichen Akkreditierung durch die DAkkS (Prüfung, ob FIW-Zertifizierungsstelle die Tätigkeit ausführen kann) erfolgte die Notifizierung (Benennung des FIW München, zertifizieren zu dürfen) nach EN ISO 1182 und EN ISO 1716.

Die Eintragung des FIW München im Verzeichnis der notifizierten Stellen der Europäischen Kommission (NANDO-Liste) finden Sie hier.

Wir halten Sie gerne mit unserem Newsletter auf dem Laufenden