INNOVIP

Im Herbst 2020 konnte das europäische Forschungsvorhaben „INNOVIP“ erfolgreich abge-schlossen werden. Dabei haben sich die 13 Europäischen Partner auch nicht durch die CO-VID-19 Pandemie aufhalten lassen, obwohl einige Institute in Frankreich, Spanien und Portu-gal während des Lockdowns im Frühjahr vollständig schließen mussten. Glücklicherweise wurden kurz vor dem Lockdown die letzten Dämmmaßnahmen der Demonstrationsgebäude ausgeführt, das Monitoring wurde gestartet. Einen Teil der Prüfungen der Institute, die auf-grund der Pandemie schließen mussten, konnte durch das FIW München abgefangen werden. Damit war es mit einer kurzen Verlängerung von nur 3 Monaten möglich, das Vorhaben in ei-ner schwierigen Zeit erfolgreich zu beenden. Lediglich die für April 2020 geplante internationale Konferenz im bayerischen Wirtschaftsministerium musste aufgrund der Reisebeschränkungen verschoben werden und konnte letztendlich doch nur virtuell im Juli stattfinden.

Das vom FIW München koordinierte Vorhaben hat sich der Weiterentwicklung und Verbesserung von Vakuumpaneelen für den Einsatz als Gebäudedämmung gewidmet. Dabei wurden die Paneele gleichzeitig besser, robuster, günstiger und langlebiger. Diese ehrgeizigen Ziele konnten nur durch die Zusammenarbeit eines internationalen Konsortiums erreicht werden, bei dem die Hersteller von Kernmaterialien, Folien, funktionalen Komponenten, Paneelen und Bausystemen zusammengearbeitet haben. Die Industrieunternehmen wurden durch wissenschaftliche Institute und die Bauwirtschaft unterstützt.

Lose Kieselsäure und auch vulkanische Perlite wurden als neue, alternative Kernmaterialien für VIPs im Gebäudebereich untersucht und getestet. Damit die losen Füllmaterialien nach dem Evakuieren nicht zu einem unförmigen Dämmstoff führen, wurde ein Konzept mit einem formgebenden Pappkarton umgesetzt. Eine bessere Befestigungsmöglichkeit entstand durch die Verwendung von Randstreifen aus zusätzlichen Materialien und anderen Dämmstoffen. Die neuen Produkte können mit unterschiedlichen Deckschichten ausgerüstet werden und verfügen optional über zusätzliche „Funktionen“ für bestimmte Anwendungen, die über die Beschichtung mit nano-Materialien realisiert werden, beispielsweise die Möglichkeit, VOC aus der Luft zu reduzieren, Temperaturspitzen zu kappen oder Schimmelbefall zu verhindern. Damit die neuen Paneele ihre Verbesserungen dauerhaft zeigen können, wurden auch die Folien deutlich überarbeitet. Im Rahmen des Projektes ist es gelungen, mehrere Produktionsverfahren zu kombinieren und Folien herzustellen, deren Barriereeigenschaften handelsübliche Standardfolien bei weitem übertreffen. In der Folge konnte die Anzahl der Barriereschichten solcher Folien reduziert werden, ohne die Eigenschaften zu verschlechtern, was eine deutliche Preisreduktion zur Folge haben dürfte.
Die Seite des Konsortiums: https://innovip-h2020.eu

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Carolin Kokolsky